PRIVATE UNFALLVERSICHERUNG:

Recht der Privaten Unfallversicheurng in der Praxis - Nachweis eines Unfallereignisses bei widersprüchlichem Vortrag (vgl. BGH VersR 2011, 1384):

In der Praxis stellt sich regelmäßig die Frage, wie mit einer Abweichung eines neuen Vortrages zu seinem bisherigen Vorbringen im Laufe eines Rechtsstreits umzugehen ist. Hier ist der Anspruch des Versicherten auf rechtliches Gehör gemäß Art. 103 Abs. 1 GG zu beachten.

"Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung genügt eine Partei ihrer Darlegungslast, wenn sie Tatsachen vorträgt, die in Verbindung mit einem Rechtssatz geeignet sind, das geltend gemachte Recht als in ihrer Person entstanden erscheinen zu lassen, wobei unerheblich ist, wie wahrscheinlich diese Darstellung ist (...). Erfüllt das Parteivorbringen diese Anforderungen, so kann der Vortrag weiterer Einzelheiten oder die Erklärung für einen gehaltenen Vortrag nicht gefordert werden. Es ist vielmehr Sache des Tatrichters, in die Beweisaufnahme einzutreten und dabei gegebenenfalls Zeugen nach weiteren Einzelheiten zu befragen. Die Nichtberücksichtigung eines als erheblich angesehenen Beweisangebots stellt demgegenüber eine unzulässige vorweggenommene Beweiswürdigung dar (...). Der Umstand, dass der Vortrag des Klägers (...) mit seinen (vorherigen) Angaben (...) in Widerspruch stehen mag, rechtfertigt die Nichterhebung des angebotenen Beweises ebenfalls nicht. Auch hierin liegt eine vorweggenommene Beweiswürdigung, die im Prozessrecht keine Stütze findet (...). Eine Partei ist nicht gehindert, ihr Vorbringen im Laufe des Rechtsstreits zu ändern, insbesondere auch zu berichtigen; dies kann nur im Rahmen der Beweiswürdigung berücksichtigt werden."