PRIVATE BERUFSUNFÄHIGKEITSVERSICHERUNG

Berufsunfähigkeitsversicherung in der Praxis – Private Berufsunfähigkeitsversicherung: Feststellung der Berufsunfähigkeit bei Fehlen objektiver Befunde im Falle von Depression, Psychosen etc.

Mit der Frage, was in der Praxis gilt, wenn objektive Befunde für eine Berufsunfähigkeit fehlen, muss sich die Rechtsprechung oft beschäftigen: 

vgl. BGH, Urteil vom 14.4.1999, Az. IV ZR 289/97:

Bei psychischen Krankheiten, die durch das Fehlen naturwissenschaftlich gewonnener Untersuchungsbefunde charakterisiert sind, kann der ärztliche Nachweis der Erkrankung ggf. dadurch geführt werden, dass ein Facharzt seine Diagnose auf die Beschwerdeschilderung des Patienten stützt. Der Nachweis einer Krankheit brauche nicht in Befunden der Apparatemedizin oder Zusatzdiagnostik zu bestehen. Ansonsten könnten affektive Störungen wie z.B. depressive Erkrankungen, Depressionen etc. bzw. Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis nicht mehr diagnostiziert werden.

vgl. OLG Saarbrücken VersR 2011. 249: 

Demgegenüber stellt das OLG Saarbrücken klar, dass bei dem Fehlen objektiver Befunde für die Berufsunfähigkeit, deren Nachweis auf einer Grundlage einer sachverständigen Begutachtung der Beschwerdeschilderung erfolgen könne, jedoch dürfe der Sachverständige die Beschwerdeschilderung nicht unbesehen hinnehmen, sondern müsse diese anhand der hierfür zur Verfügung stehenden Methoden und testpsychologischen Verfahren überprüfen.