Ärztliches Berufsrecht: Ärztliches Handeln, Berufsrecht und strafrechtlicher Maßstab: Entzug der Approbation aufgrund eines groben zahnärztlichen Behandlungsfehlers

Das Verwaltungsgericht Magdeburg hat mit Urteil vom 29.04.2013 (Az.: 3 A 339/11 MD) entschieden, dass einem Zahnarzt, der einem Patienten ohne dessen Einwilligung und ohne ausreichenden Befund unter Vollnarkose 20 Zähne gezogen hat, rechtmäßig die zahnärztliche Approbation entzogen werden kann. Ein Zahnarzt, der sich bewusst über den Patientenwillen hinwegsetze, zeige ein für einen Zahnarzt unwürdiges Verhalten, für das der Entzug der Approbation gerechtfertigt sei. Das Landgericht Stendal hat in einem vergleichbaren Fall, in dem ein Zahnarzt dem Patienten ohne wirksame Einwilligung unter Vollnarkose 11 Zähne extrahiert hatte, den Zahnarzt wegen vorsätzlicher und fahrlässiger Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von über einem Jahr und einem zweijährigen Berufsverbot verurteilt (vgl. Newsletter Medizinrechtsanwälte e.V.; Information für unsere Mitglieder 06 / 2013).